11.07.2013 Alter: 6 Jahr(e)
Kategorie: Bildteil
Von: Richard Reuters
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Das Pfarrhaus

Das Pfarrhaus vor der Renovierung

Thoma, Jakob Leuchtenberg, Wilhelm

Das Pfarrhaus 2010

Gedenktafel am Pfarrhaus aus dem Jahre 1684

Diese Gedenktafel gibt uns einen Hinweis auf den Wiederaufbau des Pfarrhauses, nachdem Teile des alten Gebäudes durch einen Brand zerstört worden waren.

Die Inschrift lautet: "IaCobVs toMae pastor restaVrant In aeren anno Ipso qVo terra pLVVIa rara DabotUr". Übersetzt: "Jakob Thoma restauriert in Ederen im selben Jahr, als es sehr trocken war (wörtlich: als der Erde selten Wasser gegeben wurde)."

Interessant an dieser Tafel ist, dass, obwohl keine Jahreszahl darauf vermerkt ist, sich das Datum doch genau aus der Inschrift berechnen läßt. Im lateinischen Text dieser Tafel sind einige Buchstaben auffallend groß geschrieben. Es sind dies genau die Buchstaben, die im Lateinischen als Zahlzeichen verwendet werden: M für 1000, L für 500, C für 100, D für 50, V für 5 und I für 1. Addiert man nun die Zahlzeichen im Text, so ergibt sich darau die Jahreszahl des Wiederaufbaus: 1684. Bestätigt wird dies durch einen Eintrag im Kirchenbuch des gleichen Jahres.

Diese beiden Römerköpfe befanden sich am Pfarrhaus. 1851 wurde 3 Sandsteinköpfe in das Pfarrtor eingemauert. Als 1950 unter Pfarrer Leuchtenberg der Pfarrhof neu gestaltet wurde, wurden die Köpfe schließlich in die Gartenmauer eingesetzt. Dabei wurde einer der Köpfe leider zerstört. Als in den 1980er Jahren das Pfarrhaus unbewohnt war, sind die beiden verbliebenen Köpfe schließlich gesichert worden und in das Landesmuseum Bonn verbracht worden, wo sich bereits seit über 100 Jahren ein vierter Römerkopf aus Ederen befand.

Beschreibung: Kopf eines jungen Mannes, Sandstein. Höhe noch 30 cm. Das Gesicht ist arg bestoßen und verrieben; einzelne Locken beschädigt; Spitze der Mütze gebrochen. Das ovale, nach unten mit einem breiten Kinn endende Gesicht des jungen Mannes wird von reichen Locken gerahmt, die hinten bis in den Nacken reichten. Auf dem Kopf trägt er eine nach oben spitz endende "Zipfelmütze". Er war unbärtig.

Beschreibung: Kopf einer Frau, Sandstein, Höhe 32 cm. Nase, Kinn, Stirn und Haarsträhnen bestoßen; ein Teil des Diadems ist beschädigt. Die Frau, deren Gesichtsschnitt ähnlich ist wie der des Jünglings, trug eine reiche Frisur, die das Gesicht links und rechts in zwei dicken Lockenrollen rahmt. Am Hinterkopf ist das Haar gescheitelt und nach vorne gekämmt, es lösen sich aber im Nacken und an den Seiten reiche Lockensträhnen, die ursprünglich wohl bis auf die Schultern herunter hingen. Dort wo die Lockenrollen die Kopfvorderseite mit den den Hals begleitenden Haarsträhnen zusammentreffen, hängen kugelige Zierrate, die wohl Teile von Ohrgehängen waren. Den Kopf der Göttin bekrönt ein Diadem, dessen bandförmige Enden im Nacken geknotet sind. Über den oberen Rand des Diadems ragen einige Bossen mit quadratischer Grundfläche, an denen ein Zusatz an dem Diadem befestigt war.